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F: Die Leidenschaft für die Welt der Mode ist eine, die man hat oder nicht hat. Wann haben Sie entdeckt, dass es diese Welt ist, in der Ihre Berufung liegt?

A: In die Welt der Mode bin ich hineingewachsen. Meine Eltern hatten schon in den frühen siebziger Jahren ihr eigenes Lederwarengeschäft in Brixen. Schon als Junge mit 13 Jahren konnte ich sie somit zum Ordern der Handtaschenkollektionen und in späteren Jahren zu den Modemessen nach Mailand begleiten.

Die Faszination war groß, als wir damals – Modemesse Mailand – Damenlederjacken von Roberto Cavalli bei ihm persönlich orderten. Supercoole Miniboleros in Python und Alligator, hauteng mit Fransen im Armbereich, feinstes, metallisiertes Ziegenleder kombiniert mit verschiedenen Farben. Dieser Moment, an den ich mich heute noch sehr gut erinnere, hat mit Sicherheit maßgeblich dazu beigetragen meine Sinne und vor allem meine Kreativität der Mode zu widmen.  

F: Es gibt in der Mode zahllose Spielarten, Materialien und Bearbeitungsmethoden. Warum haben Sie sich gerade für die Verarbeitung von Leder entschieden? Und wo liegen Vorteile und Herausforderungen gerade dieses Metiers?

A: Leder ist für mich Leben. Leder überlebt Generationen, zeichnet Lebensabschnitte auf, jede Lederhaut hat ihre individuelle Form und Narbung, Leder ist flexibel und formbar, Leder weckt alle Sinne in mir und macht deshalb die Zuneigung zu Leder so einzigartig. Der Vorteil von Lederverarbeitung liegt darin, dass man aus Leder alles schaffen kann.

Die zahlreichen Lederarten und die unzähligen Verarbeitungstechniken des Rohmaterials füttern meine Kreativität. Die Herausforderung besteht darin, durch handwerkliches Geschick und Erfahrung die eigenen Ideen umzusetzen, um etwas Besonderes zu schaffen.

F: Modekreationen fallen nicht vom Himmel. Wie aber kann man sich den Prozess von der Idee bis zur Fertigstellung eines neuen Produktes vorstellen?

A: Zentraler Punkt im Prozess ist die Werkstatt. Dort fängt die Idee meist an. Die neue Kreation wird skizziert. Das Moodboard wird erstellt, anhand dessen die Farbkombination und die Auswahl der Accessories für das neue Produkt bestimmt werden.

Voraussetzung ist dabei das richtige Werkzeug, zahlreiche Lederarten in den aktuellsten Farbtönen und verschiedenen Lederstärken, Beschläge Messing oder verchromt, Gürtelschließen, Lederfarben, Reißverschlüsse, bunte Fäden, Farbkarten. Der Verarbeitungsprozess kann beginnen. Der angefertigte Prototyp wird analysiert und dann in kleinen Auflagen produziert.

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F: Was inspiriert Sie am meisten, was beeinflusst Sie in Ihrer Arbeit?

A: Meine Fühler sind immer ausgestreckt. Inspiration ist der richtige Moment, ein seltenes Material, eine Oberfläche mit Struktur, eine Begegnung, Kunst, die Natur, aber vor Allem die Wahrnehmung von Formen und Farben. Letztere beeinflussen maßgeblich meine Arbeit.

F: Lizzie Rust ist ein ganz neuer Schritt in Ihrer Arbeit. Was bedeutet dieses Produkt Ihnen ganz persönlich?

A: Lizzie Rust ist die Symbiose aus Kunst, Handwerk und Fashion. In der Tasche steckt viel Kraft!

Der Künstler Alessandro Matta bringt in seinem Bild den eigenwilligen Charakter dieser Twiggy Lawson voll zum Ausdruck. Die satt schwarzen Augen verbergen in ihrer Tiefe das, was sich in den Zeiten des Swinging London abgespielt hat und der klare Blick ist die Projektion all dessen bis heute. Das Bild gedruckt auf feinstem Kalbleder in Krokoprägung verleiht dem Kunstwerk „Tasche“ die richtige Form und Dimension. Der Materialmix aus verschiedenen Lederarten und die Handfertigung auf höchstem Niveau zeichnen dieses Produkt besonders aus. Es ist ein Kunstwerk!

F: Wie arbeitet es sich mit einem namhaften Künstler wie Alessandro Matta? Wie kann man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?

A: Mit Matta kann man sehr gut zusammenarbeiten. Er ist ein einfacher, sehr bodenständiger Typ und gibt sich als Model, wie man sehen kann, auch gut. Kennen gelernt habe ich seine Werke im Netz und bin somit auf ihn aufmerksam geworden. Den Kontakt für die Zusammenarbeit des gemeinsamen Projektes hat unsere Agentur hergestellt und begleitet.

Nachdem die Story geschrieben und das Bild angefertigt wurde, war es meine Aufgabe diesem Konzept einen Körper zu verleihen. Das Ergebnis der gelungenen Dreieck-Kooperation heißt LIZZIE RUST.
 
F: Kann man schon etwas über künftige Projekte verraten? Was haben Sie als nächstes in petto?  

A: Künftige Projekte, oder besser gesagt Ideen, stecken mehrere im Hinterkopf. Mal schauen was sich demnächst als Projekt umsetzen lässt. Die Kreativität und Lust etwas Neues zu schaffen ist groß. Eine weitere Kooperation mit anderen Künstlern kann ich mir gut vorstellen.